VfB schlägt „Angstgegner“ der Vorsaison mit 30:26 und setzt sich in der Tabellenspitze fest

Vor der Partie VfB Bad Lauchstädt – SG Queis war kein Favourit auszumachen, beide Mannschaften befanden sich in direkter Tabellennachbarschaft und wollten sich in der Spitzengruppe der Bezirksliga festsetzen. Andy Klaus vom VfB Bad Lauchstädt gab kurz vor der Partie seine Einschätzung für die Partie ab und sollte am Ende damit recht haben.



Zu Beginn der 3 letzten und härtesten Spiele des Jahres trafen die Mannen des VfB auf die Mannschaft der SG Queis, die sich über die letzten Jahre stets als Spitzenmannschaft etablieren konnte. Noch im Vorjahr waren die Lauchstädter Hin- und

harte Abwehrarbeit war gefordert

Rückspiel zusammengerechnet mit 25 Toren unterlegen und dennoch gingen die Lauchstädter Spieler guter Dinge in die Partie, hatte man doch schon in einigen Spielen der Saison gezeigt zu was man im Stande ist. Von Beginn an nahmen die Schützlinge von Klaus-Jürgen Schönburg, die erstmals wieder in den Lauchstädter Farben blau und weiß aufliefen, das Heft des Handelns in die eigenen Hände und konnten sich über ein 3:0 bis auf 10:4 absetzen. Entscheidend für den guten Start ins Spiel war an diesem Tag die sehr gute Deckungsarbeit der Goethestädter. Gerlach, Schönburg, Schindler und Zietemann schafften es, den sonst so gefährlichen Kreisspieler der Gäste fast komplett aus dem Spiel zu nehmen und auch die Weitwurfschützen zu Abschlüssen aus ungünstigen Positionen zu zwingen, so dass der gut aufgelegte Klaus im VfB-Tor, der dem Team im Interview vor dem Spiel noch gute Siegchancen bescheinigte, immer wieder parieren konnte.

Frank Zietemann setzt sich gegen gleich 3 Queiser Abwehrspieler durch

Im Angriff waren es wiederum Gerlach und Schindler, die die Lücken in der Gästeabwehr gnadenlos ausnutzten. Die Gäste reagierten kurz vor der Halbzeit und nahmen beide Spieler in Manndeckung. Zwar kamen die Gäste dadurch zunächst wieder auf 4 Tore heran, doch die Goethestädter ließen sich nicht beirren, es schlug die Stunde von Frank Zietemann, der mit den verbliebenen Spielern weiterhin Druck aufbaute und damit entscheidenden Anteil am Ausbau der Führung bis auf 19:10 hatte. Einige Zeitstrafen für den VfB und eine Umstellung der Queiser-Rückraumreihe brachten die Gäste schließlich noch einmal auf 4 Tore heran, was aber den Lauchstädter Sieg am Ende nicht mehr gefährden konnte. Erfreulich zu erwähnen, dass sich die Germania-Sporthalle scheinbar langsam wieder mit einigen neuen Zuschauern füllt, die Mannschaft jedenfalls freut sich über jeden einzelnen und hofft auf einen kleinen Aufschwung. Am kommenden Wochenende trifft die Lauchstädter Sieben im direkten Duell um den zweiten Platz auf den SV Steuden, der seine Heimspiele bekanntlich ebenfalls in der Germania-Sporthalle austrägt, man darf gespannt sein wieviele Zuschauer sich von diesem Derby angezogen fühlen und hoffen, dass die Vereinsfarben auch dann wieder als Sieger vom Parkett getragen werden.

VfB mit: Förster; Klaus – Conrad; Dietze; Vollert (1); Schönburg, M. (2); Stolzenberg (3); Zietemann (7); Gerlach (7); Schindler (10)

einige Eindrücke des Spiels:


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der Gegner schrieb dazu folgendes:

7. Spieltag (24.11.12): VfB Bad Lauchstädt- SG Queis 30:26 (15:10)

Vor dem Spiel war klar, dass man es mit einem starken Gegner zu tun haben würde, dessen Aufbaureihe sicher eine der Besten und Torgefährlichsten der Liga ist. Trotzdem waren die Queiser Handballer scharf darauf, endlich auch mal in der Ferne zu punkten, denn bisher gab es auswärts nur zwei Pleiten.
Leider wurde der Start komplett verschlafen, Bad Lauchstädt führte schnell 5:1. Neben den Stärken der Lauchstädter hatte dies vor allem seine Ursachen im Queiser Angriffsspiel und dem Deckungsverhalten. Vorn wurde mehrfach das Lattenkreuz rund geworfen und jeder Abpraller landete in des Gegners Hände (im ganzen Spiel bekam Queis von ca. zehn solchen Bällen nur einen zu fassen), hinten stimmten weder Abstimmung noch Torwartleistung.
Das zwischenzeitliche 5:3 war ein kurzer Hoffnungsschimmer, aber ebenso schnell legte Bad Lauchstädt wieder vor und führte 10:4. Eine Auszeit brachte keine wesentliche Besserung, wohl aber wenig später eine komplette Umstellung in der Abwehr als letzte Option: in Queis eher selten praktiziert wurde nun doppelt Mann gedeckt um die zwei torgefährlichsten Lauchstädter Spieler aus dem Spiel zu nehmen. Das half gegen diese beiden Scharfschützen ein wenig, eröffnete aber dem Rest große Lücken. Trotzdem zeigte es etwas Erfolg, denn bis zur Halbzeit konnte man den Abstand auf fünf Tore verkürzen (15:10), wobei es zuvor beim 12:9 noch etwas besser aussah.
Leider begann die zweite Hälfte noch schlimmer als Hälfte 1, denn nun legte Lauchstädt einen 5:0 Start hin und führte 19:10. Doch zumindest im Angriff konnten die Queiser Spieler nun besser abschließen und durch einen Kraftakt gelang es, noch einmal auf 24:21 heran zu kommen, was auch hier vor allem ein Verdienst der Aufbaureihe war, die nun wesentlich besserer traf als am Beginn des Spiels. Allerdings wäre auch noch mehr drin gewesen, weil immer mal wieder sich bietende Chancen vergeben wurden oder Deckungsfehler den Gegner zum Torewerfen einluden. Zudem blieb die Torhüterleistung konstant unterdurchschnittlich und auch das sonst so gute Spiel am Kreis kam gegen die robuste Abwehr nicht wie erhofft zum Tragen. In diese Phase fielen dann auch noch zwei zumindest fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen, die Queis dann endgültig das Genick brachen: eine Notbremse gegen einen in der Luft befindlichen und zum Wurf ansetzenden Queiser Spieler wurde mit 2 min und Strafwurf bestraft, ein Trikothalten zur Unterbindung eines Konters am Lauchstädter 9 Meter- Kreis führte zu einem Platzverweis des Queiser Spielers, obwohl hier keinerlei gesundheitliche Gefährdung vorlag. Es an diesen beiden Entscheidungen festmachen zu wollen, wäre aber zu einfach, der zuvor angehäufte Rückstand kann man den Unparteiischen nicht in die Schuhe schieben.
Bad Lauchstädt spielte es dann die letzten Minuten routiniert herunter und gewann auf das gesamte Spiel gerechnet aus meiner Sicht verdient. Wenn man so schlecht in zwei Halbzeiten hereinkommt wie das Queiser Team (insgesamt 10:1 Tore zu Beginn beider Halbzeiten) kann man kaum gewinnen, auch wenn man zumindest phasenweise ganz gut spielte. Es waren neben dem kaum vorhandenen Spiel über den Kreis und den erwähnten Pfosten- und Abprallerproblemen vor allem Abwehrprobleme, angefangen von den Torleuten bis hin zu fast jedem Spieler- nicht viele von jedem Einzelnen, aber es summiert sich halt. Trotzdem war hier mehr drin, denn etwa 50 der 60 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe, wenn nicht sogar mehr. „Aber“, „wäre“ und „hätte“ helfen uns nicht, die Punkte bleiben beim Gastgeber.
So musste man Platz 3 an die Lauchstädter abgeben und rutschte gleich auf Platz 5 durch. Immerhin gibt es in einer Woche eine neue Chance, den Auswärtsfluch zu brechen. Gegner ist der Tabellenletzte Naumburg II, der seit dem 1. Spieltag nicht mehr punkten konnte. Zumindest eine Serie wird reißen, ich hoffe und erwarte mal, es ist unsere. Nehmen wir den Gegner allerdings auf die leichte Schulter, wird es wohl wieder nicht reichen- deshalb ist gerade hier höchste Konzentration gefordert.

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